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Dreißig Minuten, die den Preis machen
Die Lage zwischen München und Ingolstadt ist das stärkste Verkaufsargument der Region. Sie wird nur regelmäßig falsch beschrieben – und das kostet Glaubwürdigkeit.
Die Anbindung – und ein verbreiteter Irrtum
Pfaffenhofen liegt an der Hauptstrecke München–Ingolstadt–Nürnberg. Nach München Hauptbahnhof sind es rund 30 Minuten, nach Ingolstadt ebenfalls etwa 30, nach Nürnberg ungefähr eine Stunde. Der Bahnhof hat drei Gleise in zwei Richtungen, der angeschlossene Busbahnhof bedient sieben Linien.
Was Pfaffenhofen nicht hat, ist eine S-Bahn. Man liest das regelmäßig in Exposés, und es ist falsch. Der Regionalverkehr fährt im Stundentakt. Wer mit einer S-Bahn-Anbindung wirbt, die es nicht gibt, verliert beim ersten Nachfragen an Glaubwürdigkeit – und Käufer prüfen so etwas heute in dreißig Sekunden.
Über die A9 ist der Landkreis mit zwei Anschlussstellen angebunden. Der Flughafen München liegt rund 42 Kilometer entfernt.
Die Arbeitgeber vor Ort
Die Region lebt nicht nur vom Pendeln. Airbus in Manching, Hipp in Pfaffenhofen und die Bayernoil-Raffinerien in Vohburg und Münchsmünster sind große Arbeitgeber im Landkreis selbst, dazu eine Reihe von Kfz-Zulieferern.
Als Pendlerziel kommt Audi in Ingolstadt hinzu – nicht im Landkreis, aber in Reichweite. Eine Focus-Analyse bezeichnete die Region 2019 als wirtschaftsstärkste Deutschlands.
Aktuelle Pendlerzahlen veröffentlicht der Landkreis derzeit nicht. Wer mit konkreten Ein- und Auspendlerquoten wirbt, sollte die Quelle nennen können.
Was die Lage beim Preis ausmacht
Der Vergleich macht es deutlich: Bauland kostet im Landkreis Pfaffenhofen im Mittel rund 588 Euro pro Quadratmeter, im Landkreis Deggendorf etwa 216 Euro. Beide sind ländlich geprägt, beide haben Industrie und Hochschulnähe. Der Unterschied ist im Wesentlichen die Entfernung nach München.
Innerhalb des Landkreises bildet sich dasselbe Muster ab: Die Gemeinden im Süden, Richtung München – Jetzendorf mit 749, Reichertshausen mit 707, Hettenshausen mit 687 Euro – liegen deutlich über den nördlichen Gemeinden wie Münchsmünster mit 419 Euro.
Was Sie daraus fürs Exposé machen
Nennen Sie gemessene Fahrzeiten statt Luftlinien: zum Bahnhof, zur Autobahnauffahrt, zur nächsten Schule, zum Supermarkt. Käufer aus München rechnen das ohnehin nach.
Nennen Sie die Taktung, nicht nur die Verbindung. Ein Stundentakt ist etwas anderes als ein Zwanzigminutentakt, und wer es verschweigt, erzeugt Enttäuschung bei der Besichtigung.
Und wenn Ihr Objekt ohne Auto nicht funktioniert, sagen Sie es. Es gibt genug Käufer, für die das in Ordnung ist – aber niemand mag es, das erst vor Ort zu merken.
Häufige Fragen
Wie wirkt sich die Entfernung zu München konkret aus?
Verliert die Pendlerlage durch Homeoffice an Wert?
Kommt die S-Bahn nach Pfaffenhofen?
Wir antworten persönlich und ohne Verkaufsdruck.
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