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Wenn der Hof keinen Nachfolger findet
45 Prozent der bayerischen Betriebe planen derzeit keine Übergabe, bei 18 Prozent ist die Nachfolge ungeklärt. Wer über einen Verkauf nachdenkt, sollte wissen, wie landwirtschaftliche Flächen bewertet werden – und wo die Fallstricke liegen.
Was landwirtschaftliche Flächen kosten
Nach der amtlichen Kaufwertstatistik lag der Durchschnittspreis für landwirtschaftliche Grundstücke in Oberbayern bei rund 132.700 Euro je Hektar, in Niederbayern bei etwa 131.100 Euro. Der bayerische Durchschnitt lag mit rund 79.000 Euro je Hektar deutlich darunter – umgerechnet 7,90 Euro pro Quadratmeter.
Wichtig ist eine Einschränkung, die das Statistikamt selbst macht: Die Kaufwertstatistik ist kein Preisindex. Die Preise sind häufig stark von außerlandwirtschaftlichen Faktoren beeinflusst – etwa wenn Flächen als Ausgleichs- oder Ökoflächen gesucht werden oder wenn jemand den Erlös aus einem Baulandverkauf reinvestieren muss.
Typisch sind kleine Losgrößen: In Bayern lag die mittlere verkaufte Fläche bei 1,31 Hektar, 58 Prozent aller Verkäufe betrafen weniger als einen Hektar.
Für Hopfengärten gibt es keine eigene amtliche Preisstatistik. Wer Ihnen einen Quadratmeterpreis für einen Hopfengarten nennt, hat ihn abgeleitet, nicht nachgeschlagen. Die landwirtschaftlichen Bodenrichtwerte in BORIS-Bayern sind hier der belastbarere Ausgangspunkt.
Die Hallertau im Strukturwandel
Die Hallertau ist mit rund 14.770 Hektar und 722 Betrieben das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt. Auf sie entfallen etwa 86 Prozent der deutschen Hopfenernte.
Bemerkenswert ist die Richtung: Die Zahl der Betriebe ging seit 2006 um rund 40 Prozent zurück, während die Fläche über zwanzig Jahre um vier Prozent zunahm. Es wird also nicht weniger Hopfen angebaut – er verteilt sich auf immer weniger, immer größere Betriebe.
Genau daraus entsteht die Nachfrage: Wachsende Betriebe suchen Flächen. Wer abgibt, verkauft in einen Markt mit Interessenten – braucht dafür aber die richtige Ansprache, denn die Käufer sitzen selten auf Immobilienportalen.
Hofnachfolge: die Zahlen
Eine Erhebung unter mehr als 2.200 bayerischen Betrieben ergab: 23 Prozent haben die Nachfolge geregelt, 45 Prozent planen derzeit keine Übergabe, bei 18 Prozent ist die Nachfolge ungeklärt, 14 Prozent planen die Betriebsaufgabe.
Auffällig: Außerfamiliäre Übergaben machen weniger als zwei Prozent aus, und über 80 Prozent der Betriebe mit ungeklärter Nachfolge ziehen eine außerfamiliäre Übergabe gar nicht erst in Betracht.
Wer sich mit dem Gedanken trägt, sollte früh anfangen. Eine Betriebsaufgabe mit Verkauf ist kein Vorgang von drei Monaten – zwischen steuerlicher Vorbereitung, Aufteilung von Hofstelle und Flächen und der Suche nach dem richtigen Käufer vergehen oft ein bis zwei Jahre.
Was beim Verkauf zu beachten ist
Genehmigungspflicht. Der Verkauf landwirtschaftlicher Grundstücke unterliegt dem Grundstückverkehrsgesetz. Die Genehmigung kann versagt werden, wenn die Veräußerung eine ungesunde Verteilung des Grund und Bodens bedeutet – etwa wenn ein Nichtlandwirt kauft, obwohl ein aufstockungswilliger Landwirt zum gleichen Preis bereitstünde.
Steuerliche Folgen. Bei einer Betriebsaufgabe werden stille Reserven aufgedeckt. Das kann erhebliche Steuerlasten auslösen, für die es Freibeträge und Vergünstigungen gibt. Das gehört vor den ersten Verkaufsschritt zum Steuerberater, nicht danach.
Hofstelle und Flächen trennen? Häufig bringt eine getrennte Vermarktung mehr: Die Hofstelle spricht Wohnkäufer oder Gewerbetreibende an, die Flächen wachsende Betriebe. Ob sich das lohnt, hängt vom Zuschnitt und von bestehenden Pachtverträgen ab.
Bestehende Pachtverträge gehen auf den Käufer über und wirken sich auf den Preis aus – sie gehören vollständig auf den Tisch.
Häufige Fragen
Kann ich einzelne Felder verkaufen und den Hof behalten?
Wer kauft landwirtschaftliche Flächen?
Wie lange dauert so ein Verkauf?
Wir antworten persönlich und ohne Verkaufsdruck.
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