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Was Immobilien in Deggendorf kosten
Die Portale melden steigende Preise, der Gutachterausschuss sinkende. Beides stimmt – und der Unterschied ist für Verkäufer die wichtigste Information über den Deggendorfer Markt.
Das aktuelle Niveau
Für Eigentumswohnungen in der Stadt Deggendorf nennen die großen Portale zwischen 3.478 und 3.937 Euro pro Quadratmeter. Bei Häusern ist die Spreizung größer: Je nach Auswertung liegen die Werte zwischen 2.634 und 3.409 Euro – rund 29 Prozent Unterschied zwischen den Quellen.
Zum Vergleich der Landesdurchschnitt: In Bayern lag der Median für Wiederverkäufe von Ein- und Zweifamilienhäusern 2025 bei 480.000 Euro, Wohnungseigentum bei 3.600 Euro pro Quadratmeter.
Innerhalb der Stadt reicht die Spanne vom teuersten Ortsteil Fischerdorf mit rund 4.320 Euro bis zum günstigsten, Lehmberg, mit etwa 2.830 Euro pro Quadratmeter.
Die Lücke zwischen Inserat und Notar
Hier wird es für Verkäufer interessant. Die Portale melden für Wohnungen einen Zuwachs von rund 7,5 Prozent binnen eines Jahres. Der Gutachterausschuss des Landkreises Deggendorf – der die tatsächlich beurkundeten Kaufpreise auswertet – berichtet dagegen für gebrauchte Ein- und Zweifamilienhäuser ein Minus von 13 Prozent und für gebrauchte Eigentumswohnungen ein Minus von 16 Prozent gegenüber dem Hoch von Mitte 2022.
Beide Zahlen sind richtig. Portale erfassen, was gefordert wird, der Gutachterausschuss, was bezahlt wurde. Die Differenz ist der Verhandlungsabschlag – und der ist in Deggendorf derzeit erheblich.
Für Sie heißt das: Ein Inseratspreis aus einem Portalvergleich ist keine Preisempfehlung. Rund 1.650 notarielle Kaufverträge pro Jahr im Landkreis sind die realistischere Datengrundlage.
Bauland im Landkreis
Der Landkreis Deggendorf liegt im Mittel bei rund 216 Euro pro Quadratmeter Bauland, die Stadt bei etwa 390 Euro. Das Gefälle innerhalb des Kreises beträgt etwa den Faktor 2,7.
An der Spitze liegen Metten mit rund 392 Euro, Deggendorf mit 390, Offenberg mit 383 und Plattling mit 376 Euro. Im Mittelfeld bewegen sich Osterhofen mit 233 und Stephansposching mit 201 Euro. Die Gemeinden im Bayerischen Wald folgen mit deutlichem Abstand: Schaufling 173, Bernried 168, Lalling 158, Grafling 157, Aholming 147 Euro.
Die amtlichen Bodenrichtwerte zum Stichtag 1. Januar 2026 wurden im Juli veröffentlicht. Einsehbar sind sie über BORIS-Bayern und den BayernAtlas; eine schriftliche Auskunft des Gutachterausschusses kostet rund 35 Euro.
Was den Markt trägt
Deggendorf ist keine klassische Abwanderungsregion. Der Landkreis zählte Ende 2025 rund 121.760 Einwohner, die Stadt 35.155. Die Technische Hochschule hat sich von gut 1.100 Studierenden im Jahr 1999 auf über 9.000 entwickelt. Dazu kommt der MedizinCampus Niederbayern mit 600 neuen Medizinstudienplätzen und 27 Professuren in der Region.
Als Arbeitgeber prägen das DONAUISAR Klinikum mit rund 1.920 Mitarbeitern und das Bezirksklinikum Mainkofen mit etwa 1.900 Beschäftigten die Stadt, dazu Industrie aus Metall-, Fahrzeug- und Maschinenbau. Verkehrlich kreuzen sich A3 und A92 südlich der Stadt, in Plattling hält der ICE.
Häufige Fragen
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