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Privat verkaufen oder Makler beauftragen?

Die Provision zu sparen klingt nach der einfachsten Rechnung der Welt. Sie geht nur dann auf, wenn der erzielte Preis derselbe bleibt – und genau da liegt das Problem.

Modernes Einfamilienhaus mit Rasenfläche
3,57 %Provisionsanteil
30+Besichtigungen typisch
Preisgrößter Hebel

Was für den Privatverkauf spricht

Sie sparen den Verkäuferanteil der Provision – bei 400.000 Euro Kaufpreis rund 14.300 Euro. Sie behalten die volle Kontrolle über Termine, Preis und Kommunikation. Und wenn Sie ein gefragtes Objekt in bester Lage haben, kennen Sie den Käufer vielleicht sogar schon.

Was in der Praxis passiert

Sie inserieren, und das Telefon steht nicht mehr still – überwiegend Makler, die Ihren Auftrag wollen, dazu Interessenten ohne Finanzierung und ein paar Nachbarn, die neugierig sind. Sie führen Besichtigungen am Abend und am Wochenende, oft dreißig und mehr, bis jemand ernsthaft bleibt.

Dann kommt die Verhandlung. Ihr Gegenüber hat schon fünf Objekte besichtigt, kennt die Vergleichspreise und weiß, wie lange Ihre Anzeige online steht. Sie verhandeln über Ihr eigenes Zuhause und über einen Betrag, der über Ihre Altersvorsorge mitentscheidet. Emotionale Distanz ist an dieser Stelle ein echter Vermögenswert.

Wohnzimmer mit Blick auf den Balkon

Die Rechnung, auf die es ankommt

Die entscheidende Frage ist nicht, ob Sie die Provision sparen, sondern welchen Preis Sie am Ende erzielen. Ein um fünf Prozent höherer Verkaufspreis entspricht bei 400.000 Euro genau 20.000 Euro – mehr als der gesamte Provisionsanteil. Umgekehrt: Wer den Startpreis um zehn Prozent zu hoch ansetzt und nach vier Monaten zweimal nachlässt, verliert deutlich mehr, als die Provision je gekostet hätte.

Wann Privatverkauf sinnvoll ist

Wenn der Käufer bereits feststeht – Nachbar, Mieter, Familie – und es nur noch um die saubere Abwicklung geht. Dann brauchen Sie keinen Vermarkter, sondern einen guten Notar und im Zweifel eine unabhängige Wertermittlung, damit der Preis später niemandem als Schenkung ausgelegt wird.

Unsere Empfehlung

Lassen Sie sich zumindest kostenfrei bewerten, bevor Sie inserieren. Diese Zahl gehört Ihnen, unabhängig davon, wie Sie sich danach entscheiden. Und wenn Sie privat verkaufen: Halten Sie sich an den Preis, den die Daten hergeben, nicht an den, den Ihnen jemand am Gartenzaun genannt hat.

Häufige Fragen

Was kann ich als Privatverkäufer selbst gut erledigen?
Unterlagen zusammenstellen, aufräumen und entrümpeln, Termine koordinieren. Schwierig wird es bei Preisfindung, Käuferprüfung und Verhandlung – dort entstehen die Beträge, um die es geht.
Wie erkenne ich, ob ein Interessent ernsthaft ist?
An der Finanzierungsbestätigung der Bank, nicht am Auftreten. Lassen Sie sich diese vor der zweiten Besichtigung zeigen. Wer sie nicht vorlegen kann oder will, ist kein Käufer.
Ich habe den Käufer schon. Brauche ich trotzdem jemanden?
Für die Vermarktung nicht. Sinnvoll ist eine unabhängige Wertermittlung, damit der Preis später nicht als verdeckte Schenkung ausgelegt wird – gerade bei Verkäufen innerhalb der Familie.
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