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Von der Entscheidung bis zum Schlüssel: drei bis sechs Monate

Die Vermarktung ist nur ein Teil davon. Wir schlüsseln auf, wo die Zeit tatsächlich hingeht – und welche drei Faktoren einen Verkauf am stärksten verzögern.

Silhouette eines Baukrans vor orangefarbenem Abendhimmel
2–4 Wo.Vorbereitung
6–12 Wo.Vermarktung
4–8 Wo.Abwicklung

Die drei Phasen

Vorbereitung: zwei bis vier Wochen. Unterlagen beschaffen, Bewertung, Fotos, Grundrisse, Exposé. Diese Phase lässt sich am ehesten verkürzen – vorausgesetzt, Ihre Unterlagen sind vollständig. Fehlt die Wohnflächenberechnung oder muss die Hausverwaltung erst Protokolle heraussuchen, werden daraus schnell sechs Wochen.

Vermarktung: sechs bis zwölf Wochen. Von der Veröffentlichung bis zur Einigung mit einem Käufer. Bei einem marktgerecht bepreisten Objekt in guter Lage geht es schneller, bei Sanierungsstau oder ungewöhnlichem Zuschnitt länger.

Abwicklung: vier bis acht Wochen. Kaufvertragsentwurf, zweiwöchige Frist vor der Beurkundung, Auflassungsvormerkung, Löschungsunterlagen der Bank, Negativzeugnis der Gemeinde, Fälligkeitsmitteilung, Zahlung, Übergabe. Diese Phase ist weitgehend fremdbestimmt.

Was am häufigsten bremst

Ein zu hoher Startpreis. Das ist mit Abstand die häufigste Ursache. Ein Objekt, das 15 bis 30 Prozent über Markt inseriert wird, erzeugt oft gar keine Besichtigungen – und verliert danach mit jeder Preissenkung an Glaubwürdigkeit.

Fehlende Unterlagen. Ohne vollständige Unterlagen gibt die Bank des Käufers keine Zusage, und ohne Zusage gibt es keinen Notartermin.

Mehrere Eigentümer. Erbengemeinschaften und Scheidungsfälle brauchen erfahrungsgemäß erheblich länger – nicht wegen des Markts, sondern wegen der Abstimmung.

Passanten von oben auf einem gepflasterten Platz

Was sich 2026 verändert hat

Der Markt ist gedrehter, als viele Verkäufer noch annehmen. Zwischen Juni 2025 und Juni 2026 stieg das Angebot an inserierten Wohnungen in München um 21,3 Prozent, bei Häusern um 35,1 Prozent. Mehr Auswahl heißt: Käufer vergleichen wieder und nehmen sich Zeit.

Schneller verkaufen sich aktuell Objekte unter 500.000 Euro mit guter Energieeffizienz. Deutlich länger brauchen ältere Häuser in Randlagen mit Sanierungsbedarf.

Wie sich Zeit gewinnen lässt

Beginnen Sie mit den Unterlagen, bevor der erste Fotograf kommt. Lassen Sie den Preis vorher rechnen, nicht nachher korrigieren. Klären Sie bei mehreren Eigentümern vorab, wer entscheidet und bis zu welchem Preis. Und halten Sie bei vermieteten Objekten Mietverträge, Kautionsnachweise und Nebenkostenabrechnungen bereit.

Was wir Ihnen nicht sagen können, ist eine Zahl von Interessenten pro Objekt – dafür gibt es keine belastbare öffentliche Statistik, und alte Zahlen aus den Boomjahren wären für 2026 schlicht falsch.

Häufige Fragen

Kann ich den Verkauf beschleunigen?
Am wirksamsten über einen realistischen Startpreis und vollständige Unterlagen. Beides liegt in Ihrer Hand und kostet nichts.
Was, wenn nach zwölf Wochen nichts passiert ist?
Dann stimmt etwas nicht am Preis, an den Bildern oder an der Ansprache. Wir prüfen die Zugriffszahlen und Anfragen und sagen Ihnen, woran es liegt – statt reflexhaft den Preis zu senken.
Muss ich erst kaufen oder erst verkaufen?
Wenn Sie können, erst verkaufen – dann kennen Sie Ihr Budget. Wer umgekehrt vorgeht, gerät unter Zeitdruck, und Zeitdruck kostet beim Verkauf regelmäßig Geld.
Quellen und StandAngebotsentwicklung nach ImmoScout24-Inseratszahlen München, Juni 2025 zu Juni 2026. Phasenangaben aus eigener Vermarktungspraxis.
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